
Eine erste Recherche zur Reiseplanung in die estnische Hauptstadt Tallinn zeigte, dass diese nicht unbedingt leicht zu erreichen ist. Doch wer erst einmal dort angekommen ist, wird mit einer bezaubernden Stadt belohnt – voller Eleganz, historischer Schönheit und gastfreundlicher Menschen.
Die deutsche Delegation, insgesamt sieben Mitglieder, reiste am 14. Juni aus Deutschland und England an – zu unterschiedlichen Zeiten. Zum zweiten Mal war die Leibgarde des Großmeisters eindrucksvoll vertreten und unterstützte ihren „Vorgesetzten“. Der Großmeister selbst nahm am Empfang am Freitagabend teil, begleitet von RE Rt MacKinnon GCT GMA und dem Großsekretär – die übrigen Mitglieder waren noch unterwegs.

Das Treffen der Großpriorate (unter der Leitung des GP Finnland) fand im historischen Gebäude, dem „Schwarzehäupterhaus“ statt – dem einstigen Hauptsitz mittelalterlicher Handelsgesellschaften, die das wirtschaftliche Leben der Stadt prägten. Das Gebäude stammt aus der Zeit der Templer und strahlt bis heute mittelalterliches Flair aus.
Frühzeitig eingetroffen, fanden wir uns im Robenraum für ausländische Würdenträger ein. Die Gewänder wurden ausgebreitet, Abzeichen sortiert, und langjährige Freundschaften lebten wieder auf.
Gespräche wurden neu aufgenommen und neue Bekanntschaften geschlossen. Kurz vor Beginn suchten E Kt Scott Hunter und RE Kt Ian Harper den finnischen Großmarschall, um den Einzug des deutschen Großpriorats vorzubereiten.
von links nach rechts: – RE Rt Ian Harper, FE Rt Shiny MacKinnon, Rt Tony Hunter, ME Rt Roddy MacKenzie, E Rt Scott Hunter, RE Rt Norbert Schoen and Rt Paul Baker.

ME Rt. Roddy MacKenzie übergibt kleine Geschenke an den neuen Großmeister von Estland (dahinter RE Rt. Shiny MacKinnon).

Die verschiedenen Delegationen bereiten sich auf den Einmarsch in den Tempel vor.
Da kaum Zeit für Proben blieb, wurde das Team zügig instruiert – bei Außentemperaturen von rund 28 Grad wurde uns allen klar, dass uns ein schweißtreibender Nachmittag in voller Templermontur bevorstand.
Die Gastepriorate betraten in festlichem Zeremoniell die Tempelhalle – Deutschland stellte dabei die größte internationale Templergruppe dar. Der Großmeister, ME Rt Roddy MacKenzie GCT, wurde vom finnischen Ordensleiter herzlich willkommen geheißen und zu seinem Platz geleitet. Nach festgelegtem Ablauf wurde das finnische Großpriorat eröffnet, woraufhin der neue estnische Großmeister feierlich in sein Amt eingeführt und proklamiert wurde.
Nach der Investitur der finnischen Großoffiziere folgte eine Pause mit leichtem Mittagessen und kühlen Getränken. Anschließend versammelten sich alle erneut im Tempel – um Zeuge eines historischen Moments für den Orden zu werden: die feierliche Weihe des neuen estnischen Großpriorats.


Mit Vertretern aller bedeutenden Templer-Organisationen wurde Estland würdevoll in die Gemeinschaft aufgenommen – mit sichtbarer Ehre und Wertschätzung. In einer bewegenden Zeremonie, reich an Symbolik und Bedeutung, wurde das neue Priorat Stück für Stück ins Leben gerufen. Ein Bruder mit bemerkenswerter Opernstimme sang dabei eindrucksvolle Passagen aus Wagners „Parsifal“, die der Feier zusätzlichen Tiefgang verliehen. Der neue Großmeister wurde in sein Amt eingeführt und seine Banner zum ersten Mal entrollt. Nach den ersten Ernennungen endete die Zeremonie mit einem reibungslosen Abschluss – alle Offiziere zogen feierlich durch ein estnisches Spalier aus Schwertern.

Langjährige Freundschaft zwischen den Großmeisters von Deutschland und Griechenland.

ME Rt Roddy MacKenzie entspannt sich zwischen den Sitzungen mit einem kühlen Getränk in Gesellschaft des Kommandeurs seiner Leibwache, E Rt Scott Hunter, und Tony Hunter, dem Registrator der Leibwache.
Den krönenden Abschluss bildete das Galadinner – erneut im „Schwarzhäupterhaus“ – zu dem auch Ehepartner und Begleitungen eingeladen waren. Das Menü war exzellent, die Gesellschaft inspirierend – alte Freundschaften wurden gepflegt, neue entstanden.
Am Samstag war das offizielle Programm beendet, der Sonntag stand ganz im Zeichen der Erkundung von Tallinns wunderschöner mittelalterlicher Altstadt – bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen. Mit vielen unvergesslichen Erinnerungen im Gepäck traten alle Teilnehmer die Heimreise an.

Mitglieder der Leibwache unseres Großmeisters (von links nach rechts): Rt Tony Hunter, Paul Baker and E Rt Scott Hunter, genießen das Flair der Altstadt von Tallinn.


Das neue Patent des Großpriorats von Estland.

